Grundsätzliche Überlegungen zum Harvestereinsatz

Harvester (Holzvollernter) kommen auch im Privatwald zunehmend zum Einsatz. Abgesehen von der waldbaulichen Planung sind folgende Punkte eine Überlegung wert:

Harvester sind in erster Linie für den Durchforstungseinsatz konzipiert. Technische Verbesserungen tragen dem mit immer größeren Kranreichweiten Rechnung. Der Einsatz des Harvesters als Kahlschlagsgerät hat also nur eine untergeordnete Bedeutung.

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Der Harvestereinsatz ist gegenüber der Motorsägenarbeit umso wirtschaftlicher, je schwächer der Bestand ist. Vorraussetzung dafür ist jedoch die Wahl der richtigen Maschinengröße bzw. des entsprechenden Prozessorkopfes. Im Regelfall richtet sich die Auswahl nach den stärksten Bestandesgliedern.

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Rad- und Kettenharvester - der Maschine auf die Füße geschaut. Bei den Maschinentypen gibt es solche mit Rad- und Kettenfahrwerk. Beide Typen sind sowohl im Starkholz, wie auch in schwächeren Beständen zu finden. Das Umsetzen von einem Bestand zum anderen ist bei den Radharvestern wesentlich erleichtert und erlaubt einen Aktionsradius bis zu 10 km. Harvester mit Kettenlaufwerken sind hier auf den Transport per Tieflader angewiesen. Ausgeglichen wird dieser mögliche Nachteil bei Kettenharvestern durch die durchwegs größeren Kranreichweiten: 15 m (ab Rückegassenmitte) sind hier zur Zeit der Stand der Technik. Die Reichweiten von Radharvestern sind im Durchschnitt etwa um 3 m geringer.

Ein genauer Arbeitsauftrag für den Harvesterfahrer ist besonders wichtig! Neben Fixlängen (Standardlängen) werden regelmäßig Koppelprodukte wie Papierholz, Schleif- oder Brennholz anfallen. Bei der Einweisung den Fahrer entsprechend „schulen“! Starke Erdstammstücke nur in Ausnahmefällen in das Papierholz schneiden. Stattdessen bei Krümmungen und Faulflecken 40 cm lange Stücke (bzw. Scheitholzlängen) heraustrennen lassen. Aufarbeitungsziel ist ein möglichst hoher Anteil an Fixlängen. Zu beachten ist jedoch, dass bei Fichten-Fixlängen höchste Qualitätsanforderungen (absolut gerade, ohne jegliche Faulflecken, nicht grobastig) gelten!

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Harvesterarbeit verlangt kurze Längen. Die Aushaltung von Langholz führt häufig zu nicht akzeptablen Schäden am Bestand. Die Aufarbeitungskosten pro Festmeter sind in der Regel gleich.

Penible Kontrollen durch den Waldbesitzer sind besonders wichtig und erhöhen die Wertschöpfung! Durch den enormen Arbeitsfortschritt führen Fehler in kurzer Zeit zu großen Verschnittmengen. Fehler treten zum Beispiel bei der Längenmessung (besonders bei gefrorenen Holz) auf. Häufige und regelmäßige Kontrollen sind ein Muß!
„Die erste halbe Stunde ist entscheidend!“ (Zitat E.Engeßer, Forstbetrieb Kelheim) Setzen Sie sich zur Not hinter den Fahrer (wenn dieser einverstanden ist ...).

Technische Probleme sind Risse beim Trennschnitt und Beschädigungen durch die Antriebswalzen. Sprechen Sie den Fahrer auf diese Probleme gegebenenfalls an. Wurzelanläufe können nicht beigeschnitten werden. Hier hilft nur das Kürzen um Scheitholzlänge.

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Harvester können auch im Sommer gute Arbeit leisten. Dies gilt vor allem in schwächeren Durchforstungen. Die Borkenkäfergefahr wird dabei durch den Einbau des Gipfel- und Astmaterials auf der Rückegasse abgemildert.

Die Entscheidung über die Zukunft des Bestandes sollte sich der Waldbesitzer nicht aus der Hand nehmen lassen! Zeichnen Sie Ihren Bestand aus. Der ausscheidende Bestand wird am günstigsten mit deutlich sichtbaren Schrägstrichen markiert.
Nutzen Sie auch die Erfahrung unserer Geschäftsführer. Dies gilt auch für die richtige Anlage der Rückegassen.

Nehmen Sie sich für die genaue Planung ausreichend Zeit. Eine frühzeitige Information der Geschäftsführer erleichtert allen Beteiligten die Organisation.

Haben Sie weitere Tipps und eigene Erfahrungen? Schreiben Sie uns! Wir ergänzen dann die obige Liste.

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Harvester sind auch sehenswert - die Bilder entstanden bei einer Lehrwanderung von 22 angehenden Schreinern der Berufsschule Mainburg, die dort ihr Berufsgrundschuljahr absolvieren. Zusammen mit ihrem Lehrer, Studiendirektor Johann Kögl und den Förstern Jürgen Petersen und Michael Wolf waren sie im Bereich der Forstdienststelle Mainburg der Herkunft des Rohstoffes Holz auf der Spur.